Flucht und Integration

Insbesondere seit 2015 sind auch in der Vulkaneifel zahlreiche Menschen angekommen, die vor Gewalt, Krieg und Elend aus ihrer Heimat fliehen mussten.  Mit diesen Menschen wollen und können wir gemeinsam unsere Gesellschaft gestalten und für ein friedliches Miteinander von allen Menschen eintreten.

Das Bistum Trier hat mit dem "Willkommensnetz" einen eigenen Arbeitsbereich eingerichtet und dazu flächendeckend die Zusammenarbeit von Caritas und der Pastoral in den Dekanaten angeregt. Personell wird diese Zusammenarbeit im Landkreis Vulkaneifel deutlich durch das Tandem Maaike Thijs (Caritasverband) und Vanessa Lay (Pastoralreferentin). Auch in vielen Pfarreien sorgen Haupt- und Ehrenamtliche gemeinsam für Begegnungen, für konkrete Hilfe im Alltag, für ein gutes Miteinander und so für eine gelingende Integration.

  • Deutscher Caritasverband gegen Abschiebungen nach Afghanistan

    In einem Anfang Juli veröffentlichten Positionspapier kritisiert der Deutsche Caritasverband die Abschiebepraxis nach Afghanistan.

    Der Caritasverband hält es für "äußerst fraglich, ob eine gesicherte abschließende Einschätzung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge oder die Verwaltungsgerichte angesichts der derzeitigen Situation in Afghanistan möglich ist."

    Vor diesem Hintergrund seien Abschiebungen nach Afghanistan aus Sicht des Deutschen Caritasverbandes derzeit nicht zu verantworten.

    Deswegen fordert der Verband eine bundesweite Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan, solange eine Rückkehr in Sicherheit und Würde nicht gewährleistet ist.

    Außerdem sollten auch Abschiebungen in Drittstaaten (nach Dublin III) ausgesetzt werden, wenn von dort eine weitere Abschiebung nach Afghanistan droht.

    Das gesamte Papier zum Nachlesen finden Sie hier.

  • Herausforderung Integration

    Integration ist kein überschaubares Projekt sondern braucht einen langen Atem. Das haben haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in der Flüchtlingsarbeit schon lange geahnt.

     

    Bei einem Vortrag vor MitarbeiterInnen aus Caritas und Pastoral bestätigte Prof. Dr. Filsinger von der HTW Saar aus sozialwissenschaftlicher Sicht, dass Integration ein schwer zu definierender Begriff sei und dass es noch schwerer sei, den Prozess der Integration vorherzusagen.

    Drei wichtige Bausteine für das Gefühl, integriert zu sein, sind:

     

    WOHNUNG       ARBEIT (existenzsichernd und sinnstiftend)       SOZIALES UMFELD

     

    Jeder, der schon einmal umgezogen ist, kann das sicher gut nachvollziehen!

    Unabhängig von diesen drei Faktoren kann Integration dann aber sehr unterschiedlich aussehen. Jeder von uns setzt schließlich auch andere Prioritäten: kocht anders, hört andere Musik und lebt in anderen sozialen Bezügen! Dies gilt es in vielen Bereichen auch zu akzeptieren. In den meisten Fällen kommen wir mit dieser schon heute sehr großen Vielfalt in unserer Gesellschaft ja auch gut zurecht.

    Manchmal haben wir aber auch das Gefühl, dass genau das nicht klappt und dass die Gesellschaft mit ihrer immer größeren Vielfalt auseinanderbricht.

    Bleibt also die Frage: Was hält eine so vielfältige Gesellschaft denn zusammen? Eine uns alle verbindende „Wir-Identität“ gibt es doch schon lange nicht mehr, höchstens mal kurzfristig zur Fussball-WM. Aber braucht es diese denn überhaupt? Ist nicht jeder von uns Teil von ganz verschiedenen, vielfältigen Wir-Gruppen?

    Vielleicht könnte der Zusammenhalt in einer Gesellschaft genau dadurch entstehen, dass wir mit all unserer Vielfalt im Gespräch bleiben. Auch streiten und diskutieren sind Formen, im Gespräch, in Kontakt zu bleiben. Und Beziehungen ohne Spannungen hat es noch nie gegeben, das kann jeder aus seinen Erfahrungen mit Freunden oder aus der Partnerschaft bestätigen! Gefährlich wird es aber, wenn einzelne Gruppen in der Gesellschaft das Gefühl haben, nicht mehr mitreden zu können, nicht gefragt zu werden, nicht beteiligt zu sein. Oder aber, wenn Menschen irgendwann jede Diskussion und jedes Gespräch verweigern. Dann wird ein friedliches Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft wirklich schwer.

    Viel reden, viel diskutieren, sich auseinandersetzen - das klingt anstrengend. „Vielfalt tut gut“ (Motto der Interkulturellen Woche) ist eben nur die halbe Wahrheit – die andere Hälfte heißt: Vielfalt ist auch Arbeit, aber eine schöne!

    Dass wir manchmal mehr gemeinsam haben, als wir denken, zeigt dieser schöne Werbe-Spot aus Dänemark… https://www.youtube.com/watch?v=i1AjvFjVXUg

  • Weitere Informationen

    • Informationen zum Projekt der Willkommenspaten des Caritasverbandes Westeifel erhalten Sie hier oder direkt bei Frau Maaike Thijs: Mehrener Straße 1, 54550 Daun, Tel.: 0171-8962480, Email: m.thijs(at)caritas-westeifel.de
    • Informationen zum Willkommensnetzwerk des Bistums Trier finden Sie hier!
    • Wichtige Kontakte zum Thema im Landkreis Vulkaneifel erhalten Sie hier!
    • "Was erledige ich wo?" – den Wegweiser des Landkreises gibt's hier!
    • Fragen und Antworten zum Thema Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz erhalten Sie hier
    • Ideen für Impulse für die Gemeindearbeit, für die Begegnung von Gemeinde und Flüchtlingen, für Gebete für und mit Flüchtlingen finden Sie hier!

Fragen oder Anregungen?

Ihre Ansprechpartnerin

Pastoralreferentin Vanessa Lay

Telefon: 06592 9825513

Email: vanessa.lay(at)bistum-trier.de